Keine gewöhnliche Liebe
- Raquel Iglesias Serrano
- 10. Mai
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 15. Mai
Wenn ich ehrlich bin, entstand die Idee zu dieser Geschichte aus einem einfachen Gedanken.
Ich bin eine Frau der 90er.
Wie viele andere bin ich mit den großen Hollywood Vorstellung von Liebe aufgewachsen.
Liebe sollte dramatisch sein, überwältigend, schicksalhaft.
Später kamen die 2000er.
Mit Geschichten, in denen Liebe oft mit Macht, Kontrolle und Reichtum verwechselt wurde.
Vielleicht erzählt dieser Roman deshalb etwas anderes.
Keine perfekte Liebe.
Keine einfache Liebe.
Sondern die Sehnsucht nach einen Menschen, bei dem man wirklich man selbst sein darf.
Denn am Ende bleibt Liebe trotzdem das Wichtigste.
Prolog
Spanien, 1991.
Sie war gerade sechzehn geworden, doch dieser Tag fühlte sich nicht wie ein Anfang an, sondern wie ein Ende. Etwas war geschehen, das sie hier niemals würde hinter sich lassen können.
Hinter ihr lag das Dorf, stiller als sonst. Nur ein Hund bellte in der Ferne, irgendwo klirrte eine Tür. In der Luft hing der Geruch von Staub und warmer Erde, gemischt mit dem Rauch der letzten Feuerstellen. Alles erinnerte sie an das Leben, das sie zurücklassen wollte.
Sie wollte den Geräuschen der Nacht entkommen – den Schreien, dem Krachen von Metall, das sie noch immer in sich trug. Erinnerungen, die lauter waren als jedes Zirpen der Grillen.
Nun redete das ganze Dorf, und jeder Blick schien sie zu verfolgen. Hier gab es für sie kein Leben mehr.
Also packte sie ihre wenigen Sachen und ging. Schritt für Schritt hinaus in die Dunkelheit, begleitet nur vom Knirschen des Kieses unter ihren Schuhen. Kein Plan, kein Ziel – nur Weg.
Sie hatte vieles verloren. Aber hier würde sie immer das bleiben, was sie in den Augen der anderen war. Nicht mehr, nicht weniger. Und das konnte sie nicht ertragen.
Sie ging, ohne zurückzuschauen.




